• GLDPM - Standardisierter Daten­austausch für die Zukunft der europäischen Energie­versorgung

    Generation and Load Data Provision Methodology (GLDPM)

Durch die zunehmende Integration erneuerbarer Energien und die stärkere Vernetzung von Akteuren im Energienetz entsteht der Bedarf eines gesamteuropäischen Modells zum standardisierten Datenaustausch. Zusätzlich gilt es verschiedene Bedürfnisse von der lokalen bis zur europäischen Ebene zu koordinieren.

Dafür formuliert die "Bereitstellungsmethodik für die einheitliche Erhebung von Erzeugungs- und Lastdaten" (GLDPM) die Rahmenbedingungen zur Kapazitätsplanung für die Stromübertragung, die bereits seit Januar 2018 in Kraft getreten sind.

Für die beteiligten Netzbetreiber – Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), Verteilnetzbetreiber (VNB) sowie Erzeuger - entstehen damit Mitwirkungspflichten zur Lieferung von betrieblichen Daten und Informationen aus ihrer Netzebene und von angeschlossenen Anlagen. Das können Einsatzfahrpläne von Erzeugungsanlagen oder Lastprognosen sein.

Das Ziel ist ein europaweites Modell (CGMM), das Stromausfälle vermeidet, die Kosteneffizienz sichert und die Nutzung von Ressourcen und Energienetzen optimiert.

GLDPM auf einen Blick:

  • Optimierung der Energienetze und effiziente Nutzung von Ressourcen
  • Stabiles Stromnetz und Stärkung der Versorgungssicherheit
  • Integration von erneuerbaren Energien
  • Harmonisierung von grenzüberschreitenden Energiemärkten
  • Bessere Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern

"When it comes to electricity, European countries are highly interdependent."

Laurent Schmitt, ENTSO-E’s Secretary General.
www.entsoe.eu

Erweiterungsmodul GLDPM für Netzbetreiber

Die Energiewende führt zu einer erhöhten Auslastung der Verteilnetze. Eine kontinuierliche Bereitstellung von Energie ist bei dezentraler, wetterabhängiger Erzeugung nicht möglich. Ebenso ist eine zu allen Tageszeiten gleich bleibende Abnahme der erzeugten Energie heute ebenso wie in Zukunft eher unwahrscheinlich.

Um eine Kapazitätsberechnung der am Day-Ahead- und Intraday-Markt gehandelten Strommengen nach einem einheitlichen Verfahren zu ermöglichen, muss ein netzgebietsübergreifender Datenaustausch stattfinden. Ein transparenter, gesamteuropäischer Überblick ist dazu nach heutigen Gesichtspunkten unabdingbar.

Seit Anfang 2018 sind alle Energieerzeuger / Anlagenbetreiber gemäß der europäischen Transparenz-Verordnung dazu verpflichtet, Ihre Last- und Erzeugungsdaten mit den jeweils vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibern zu teilen und entsprechende Ersatznetzmodelle zur Verfügung zu stellen.

Was bedeutet das für Sie?

  • Einsatzfahrpläne der konventionellen Erzeugungsanlagen >10MW und Lasten >50MW müssen den angrenzenden Übertragungsnetzbetreibern bereit gestellt werden.
  • Netzdatenmodelle für jede Stunde des Tages sind bereitzustellen. Deren Gültigkeit ist auch für die beiden Folgetage zu gewährleisten.
  • Die Netzmodelle müssen Leistungsflussszenarien beinhalten, in denen auch die jeweils nachgelagerten Netze berücksichtigt werden.
  • Die Datenerfassung ist nachvollziehbar zu dokumentieren. Betroffen hiervon sind alle Datenquellen, Datenwege und Datenhaltung/-speicher in geeigneter Archivierung.

GLDPM als Chance

Eine weitere Nutzung der im Rahmen der GLDPM erhobenen Daten sorgt außerdem für eine erhöhte Versorgungssicherheit des eigenen Stromnetzes.

Zur Umsetzung der damit verbundenen Anforderungen ist es erforderlich, bestehende Leitsysteme zu erweitern und mit neuen Komponenten zu ergänzen. PSI hat in diesem Zusammenhang unter dem Oberbegriff PSI SASO DSO 2.0 modulare, erweiterungsfähige und damit zukunftssichere Lösungen für Verteilnetzbetreiber entwickelt.

Datenbereitstellung

Modul GLDPM

Erweiterungsmodul für PSIcontrol

Autopilot für Energienetze

Modul SASO

eigenständig, leitsystemunabhängig

Kommunikationszentrale & Zeitreihenmanagement

Modul PCOM+

eigenständig, leitsystemunabhängig

Fragen zur GLDPM und zu intelligenten Lösungen für Verteilnetzbetreiber?

Sprechen Sie uns an!

Dr. Guido Remmers
Divisionsleiter Bereich Verteilnetz

Tel. +49 6021 366-337

Ihr Nutzen

  • Sie erfüllen die Anforderungen der GLDPM

  • Modulübergreifende Nutzung der gewonnenen Daten für die Stabilitätsberechnung des eigenen Netzes
  • Erschwingliche Anschaffung durch kostenschonende Entwicklung als Standardanwendung

    Glossar

    GLDPM

    Unter Generation and Load Data Provision Methodology (GLDPM) wird die "Bereitstellungsmethodik für die einheitliche Erhebung von Erzeugungs- und Lastdaten" verstanden.

    Mit Hilfe dieser Methodik wird mit den erhobenen Daten ein gemeinsames Netzmodell (CGMM) der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) entwickelt, um der EU-Verordnung zur "Festlegung einer Leitlinie für die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement" (CACM) zu entsprechen.

    Die Verordnung legt gesamteuropäische Regeln für den Stromhandel sowie die Berechnung und Zuweisung von grenzüberschreitenden Stromübertragungskapazitäten fest.

    CACM

    Die Capacity Allocation and Congestion Management (CACM)-Verordnung regelt wie die Berechnung von Übertragungskapazitäten in den europäischen Netzen erfolgen soll. Die ÜNB sammeln im Rahmen der Verordnung Erzeugungs- und Lastdaten, deren Rahmenbedingungen in der GLDPM formuliert sind.

    Ziel ist ein gemeinsames Netzmodell (CGMM), das einen transparenten, gesamteuropäischen Überblick über die Kapazitäten des europäischen Stromnetzes zulässt.

    CGMM

    Die Common Grid Model Methodology (CGMM) beschreibt das gemeinsame Netzmodell der europäischen ÜNB. Sie ist ein zentrales Element zur Umsetzung der europäischen Vorgaben zur Kapazitätsberechnung gemäß CACM-Verordnung.