Multikriterielle Optimierung

Der Betrieb, d. h. die Entstörung und Instandhaltung, von Versorgungsnetzen ist eine ressourcen-intensive Aufgabenstellung und stellt einen relevanten Anteil der Kosten eines Netzbetreibers dar.

Kostenreduktionen können auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden. Bei der operativen Umsetzung geplanter Instandhaltungsmaßnahmen sowie der Bearbeitung von Störungen kann die Effizienz insbesondere durch eine Reduktion der Nebenzeiten gesteigert werden. Zu den Nebenzeiten zählen Fahrtzeiten zu Einsatzorten, Rüstzeiten, Dokumentationszeiten oder auch Fehlfahrten aufgrund falscher Informationen oder Qualifikationen.

Zum Reduzieren der Kosten werden häufig Systeme zur Fahrtzeitoptimierung in der Entstörung und Instandhaltung eingesetzt. Aufgrund der Komplexität der betrieblichen Aufgaben, der organisatorischen Randbedingungen und der Abhängigkeiten von unterschiedlichen Tätigkeiten untereinander in topologisch zusammenhängenden Versorgungsnetzen ist diese unikriterielle Vorgehensweise nicht zielführend.

Vielmehr müssen mehrere betriebliche Ziele gleichzeitig berücksichtigt und nach Prioritäten eingeteilt werden.

Betriebliche Ziele (Z) können sein:

  • Gleichmäßige und hohe Auslastung der Service-Kräfte (Z1)
  • Angemessene Ressourcen-Zuordnungen (Z2)
  • Kurze Fahrtzeiten (Z3)
  • Zusammenfassen von ähnlichen Arbeiten in benachbarten Orten (Z4)
  • Einhaltung von Terminen (Z5)
  • etc.

Diese Ziele kann man nach Optimierungskriterien (K) weiter detaillieren, beispielsweise:

  • Gleichmäßige und hohe Auslastung der Service-Kräfte:

    • Minimieren der Auslastungsunterschiede (K1-1)

    • Maximieren der Auslastung (K1-2)

  • Angemessene Ressourcen-Zuordnung:

    • Finden des minimalen Qualifikationsprofils (K2-1)

    • Minimieren der Fremdarbeit (K2-2)

    • Maximale Tätigkeitsvielfalt (K2-3).

In der Regel können nicht alle Optimierungskriterien gleichzeitig und gleich gut befriedigt werden, da sie sich teilweise widersprechen. Dieser Sachverhalt ist in der Wirkungsmatrix (siehe Bild) dargestellt.

Der Wirkungsmatrix kann entnommen werden, dass Kriterien sich gegenseitig verstärken oder aber auch konkurrieren können. Nur das optimale Ausbalancieren der Kriterien führt zu betrieblich nutzbaren Ergebnissen.

Das Ignorieren sensitiver Optimierungskriterien kann zu einem in der Praxis nicht nutzbaren Ergebnis führen. Die Folgen sind aufwendige, manuelle Eingriffe in die Zuordnung von Arbeitseinsätzen und Monteuren, die ungewollte Erhöhung von unproduktiven Nebenzeiten durch Fehlfahrten oder zusätzliche Kommunikationszeiten zur Klärung von Situationen.

Algorithmen, die eine Optimierung nach mehreren Kriterien (multikriteriell) nicht angemessen lösen, können daher zu betrieblichen Mehrkosten führen, die sich durch emotionale Ablehnung und Frustration bei den beteiligten Mitarbeitern noch erhöhen.

Erwiesenermaßen ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage, optimale Entscheidungen auf der Grundlage von mehr als fünf Kriterien zu treffen. Mit PSIcommand und dem integrierten Modul Qualicision bieten wir eine Optimierung an, die beliebig viele Kriterien berücksichtigt. Qualicision ist eine Software zur multikriteriellen Entscheidungsfindung. Sie ist in der Lage, die betrieblichen Ziele durch intelligente Erfassung, Analyse der Ausgangssituation und den Ausgleich von Ziel- und Kriterienkonflikten zu optimieren.

Qualicision ist über leistungsstarke interne Schnittstellen vollständig in PSIcommand integriert. Dadurch und durch die universelle Konfigurierbarkeit der Qualicision-Optimierung sind Kriterien sowie Randbedingungen umfangreich konfigurierbar und müssen nicht aufwendig -und kostenintensiv- programmiert werden.

Qualicision wird bereits erfolgreich in einer Reihe von Branchen und Anwendungen eingesetzt. Erfahrungen aus diesen Anwendungen führen zu einem laufenden Technologietransfer, der die Optimierung im Workforce-Management unterstützt.